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Harte Schale, weicher Kern

by Paul

Im Laufe des Lebens kommt man wohl öfter an seine ganz eigenen Grenzen. Ich scheine ein harter Typ zu sein. Von außen betrachtet. So wird es mir oft floskelhaft entgegengeworfen. Mich könnte nix umhauen und ich sei doch der Fels in der Brandung. Und ich muss die Sache hier irgendwie mal ins rechte Licht rücken. Na klar ich bin groß, eine Erscheinung und ein sehr präsenter Typ. Und genauso gehe ich auch durch die Welt und durch meinen Alltag. Und trotzdem gehen bestimmte Dinge eben nicht einfach an mir vorbei. Natürlich will ich immer stark sein für meine Familie, den Fels in der Brandung sein für genau diesen einen wichtigen Moment. Und doch ist es mir dieses eine Mal so unglaublich schwer gefallen. Unsere Kinder müssen viele Dinge im Laufe Ihres Lebens lernen und, wie Eltern es eben meist tun, wollen wir ihnen vieles abnehmen. Erste Enttäuschungen, große Streitereien, den Schulwechsel… all diese meist so emotional behafteten Ereignisse in so einem jungen Leben. Und bei Krankheiten ist es doch am schlimmsten, wenn wir ehrlich sind. Jeden kleinen Schnupfen mit einer wunden Nase würden wir ihnen gern ersparen und im Gegenzug lieber doppelt solang das Vergnügen einer Erkältung. Aber, und da erzähle ich euch nichts neues, geht das leider nicht. Für unseren Großen steht heute eine OP auf dem Plan. Ich werde ihn begleiten. Eine Routine-Eingriff, jedoch in Vollnarkose. Seit einem halben Jahr wissen wir, dass der Eingriff gemacht werden muss. Man könnte meinen, dass man mit dem Gedanken daran warm wird und sich weniger Gedanken macht. Wird man nicht. Soviel steht fest. Ich sitze hier und schreibe mir gerade all meine Unruhe und all meine Gedanken von der Seele. Für den Moment tut es gut. Sogar sehr gut.

Und ich muss trotzdem wieder Kraft sammeln, damit ich meinen Großen gut begleiten und unterstützen kann. Für meine Frau und mich stand übrigens mit nur einem Blick fest, wer ihn begleitet: Der Fels in der Brandung. Ein Moment, der nicht besser zu dem Satz passen könnte: „Man lernt nie aus!“ Ich lerne mich emotional gerade neu kennen. Ich war schon immer ein emotionaler Mensch, jedoch ist dies einfach eine andere Situation. Das eigene Kind zum ersten Mal in Vollnarkose. Und ich bin ein durchweg positiver Mensch. Meine Sorgen liegen nicht hauptsächlich darin, dass es passieren könnte. Diese Gedanke versuche ich gar nicht erst zuzulassen. Ich würde es ihm aber einfach gern abnehmen. Dieses Ungewisse. Was passiert da mit mir und all´ diese kleinen Gedanken und Fragen, welche ganz selbstverständlich von unserem Großen gestellt wurden.

All’ deine Sorgen um diesen Eingriffen hätte gern ich mein Großer und nicht Du!

Aber so will es das Leben. Es will dich mit deinen ganz eigenen Erfahrungen, denn nur die machen dich zu dem für mich großartigsten Jungen auf der Welt!

Dein Papa


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